Das Schattenreich von Troy

Auf der Erde glauben Millionen Menschen an Götter, die nicht existieren. In dem kleinen Dorf Darshan, irgendwo in der Fabelwelt von Troy, existieren die Götter, sobald man an sie glaubt. Kein Wunder, dass es dort viele von ihnen gibt. Leider kann keiner der jungen Dyssery helfen, die so gerne Schauspielerin wäre. Schauspielerinnen gelten in Darshan als Prostituierte, und diese Schande wollen ihre Eltern von ihr abwenden, indem sie sie mit dem Jahre älteren Phoree verheiraten. Dyssery weigert sich. Der Hochzeit kann sie sich nicht entziehen, der Hochzeitsnacht aber schon. Sie springt kurzerhand in ein Aquarium mit gefräßigen Fischen.

Doch der Tod bringt keine Erlösung. Schon während der Überfahrt ins Tal der Schatten soll sie wählen, ob sie im Jenseits Vampir, Zombie, Sukkube, Phantom oder Mumie sein möchte. Weil sie sich nicht entscheiden kann, wird sie bei ihrer Ankunft von Untoten belästigt, findet aber in Zebl, einem süßen Gnom, der gerne mal ihren Hintern aus der Nähe betrachten würde, einen anhänglichen Beschützer. Währenddessen macht sich ihr Gemahl über den VIP-Eingang (Völlig Irreguläre Passage) auf den Weg ins Totenreich, um seine Frau zurückzuholen.

Die ersten Bände aus der Troy-Welt erschienen hierzulande Ende der 1990er Jahre im alten Splitter-Verlag. Mit den Serien Lanfeust von Troy und Troll von Troy etablierte Arleston eine ganz eigene Fabelwelt, der sogar eine Enzyklopädie von Troy folgte. Hier wurde geistreich vor sich hin geblödelt, schräge Typen mit wundersamen Eigenschaften sorgten für beste Unterhaltung, und auch die Zeichnungen waren sehenswert. Aber mit dem Erfolg kamen die Folgeserien, die sich eigentlich nur noch selbst kopierten, und die phantasievolle Welt von Troy glitt langsam in austauschbares Fantasy-Einerlei ab.

Umso erfreulicher, dass Arleston mit diesem Album wieder an den Ideenreichtum der Anfangsbände anknüpfen kann. Spritzige und witzige Dialoge, originelle Figuren, allerliebste Gemeinheiten und Zeichnungen von Virginie Augustin, die um einiges lebendiger sind als ihre noch eher glatten und statischen Bilder in Alim der Gerber. Die atmosphärisch dichte, in sich stimmige Kolorierung von Augustin und Yoann Guillo rundet den positiven Eindruck ab. Ein sehr schönes, wirklich phantasievolles Album, das inhaltlich auch in das Donjon-Universum von Trondheim und Sfar passen würde.

Virginie Augustin, Christophe Arleston, Audrey Alwett, Voann Guillo:
Das Schattenreich von Troy
72 Seiten, gebunden, 15,80 Euro, Splitter, ISBN 978-3-86869-416-1
> Leseprobe

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