Galkiddek

grella-galkiddek1Mystik und Action im Mittelalter: Graf Galohan trauert um seine Gemahlin, die Gräfin von Galkiddek. Die ist auf grausame Weise bei einem Gemetzel ums Leben gekommen, das sich an die Erstürmung ihrer Burg anschloss. Galohan ist nicht nur wütend, sondern auch verzweifelt, denn er liebte seine Frau. Dann entdeckt er in einer kleinen Dorfkirche eine Statue, die wohl eine Heilige darstellen soll, seiner verstorbenen Frau aber wie aus dem Gesicht geschnitten ist.

Um herauszufinden, wer sie in wessen Auftrag – und vor allem: nach welchem Modell? – erschaffen hat, würde man normalerweise einfach den Pfarrer oder sonst ein Kirchenmitglied fragen. Aber Galohan fällt erst mal mit einer Horde schwer bewaffneter Ritter in die Kirche ein und macht alles nieder, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Und dann hat er die Idee, die Statur mit Hilfe eines Magiers zum Leben zu erwecken.

Nicht die Art von Story, die mich interessiert. Aber wen solche Geschichten interessieren, der sollte zugreifen, denn die Zeichnungen sind von Paolo Grella (Das verbotene Manuskript) und heben sich von der Masse ähnlicher Alben deutlich ab. Er kombiniert Schwung und Dynamik in den Kampfszenen mit filigranem Strich, wenn es um Gesichter, Dekor und Rückblenden geht. Die Reihe ist als Fortsetzungsgeschichte konzipiert. Wie viele Bände es insgesamt werden ist bislang nicht absehbar.

Paolo Grella, Frank Giroud: Galkiddek Band 1 – Die Gefangene
48 Seiten, gebunden, 14,80 Euro, Splitter, ISBN 978-3-95839-467-4
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Horrifiying Delights + Düstere Stories

suchanek-horrifying-delightsLust auf makabere Geschichten mit finsterem Ausgang? Dann kanns ja losgehen: In den drei in diesem Album versammelten Erzählungen kommt vieles anders als erhofft. In Der Morgen des furchtbaren Glücks geht es um Sex mit Aliens. Der ist verboten, und die Konföderiertenpolizei wacht darüber, dass diese Vorschrift eingehalten wird. Das ist für einen Arzt und seine Geliebte ein Problem, denn einer von beiden ist nicht von dieser Welt. Natürlich gibt es Möglichkeiten, die angedrohten Strafen zu umgehen – aber ob das wirklich die Lösung bringt? Um das schnelle (und große) Geld geht es in Die Millionen-Dollar-Idee. Da gibt es allerdings Probleme mit einem ausrangierten Computer, der eigene Vorstellungen von der Weiterentwicklung der Dinge hat. Und in Ende gut, alles gut zeigt sich, dass Teleportation zu unerwarteten Situationen führen kann.

Die Zeichnungen sind sehr plastisch (siehe Cover – Leseproben hat der Verlag leider nicht online gestellt) und erinnern ein bisschen an US-Stil. Die originellen Geschichten sind für Fans schräger Stories auf jeden Fall empfehlenswert.

Michal Suchánek, Ondrej Neff: Horrifying Delights
112 Seiten, gebunden, 24,95 Euro, Erko, ISBN 9789089821140

font-duestere-storiesAuch in diesem Album geht es, wie der Name schon sagt, um düstere Geschichten. Den Anfang macht eine Reihe von Zwei- und Vierseitern, die inhaltlich stark an die Schwarzen Gedanken von Franquin erinnern. Das ist schwarzer Humor in Vollendung, teilweise richtiggehend gemein in der Grundidee und stark gezeichnet.

Im zweiten Teil des Albums beschäftigen sich unter anderem Sergio Bleda, Klaus Janson, Martin Lodewijk und Manuel G. Quintana in ausführlichen Textbeiträgen mit der Arbeit von Alfonso Font, und davon hat(te) er jede Menge: John Rohner, Carmen Bond, John Sinclair und Barcelona im Morgengrauen sind Reihen von ihm. Einige davon werden mit ein, zwei Seiten als Appetithäppchen vorgestellt.

Nun ist es sicher nicht falsch, das Werk dieses hierzulande eher weniger bekannten Künstlers etwas umfangreicher vorzustellen. Allerdings wirkt die Auswahl ein bisschen willkürlich, und eine übersichtliche Chronologie hätte diesem Teil des Albums gut getan. Das wirkt wenig durchdacht. Die düsteren Stories im ersten Teil (56 Seiten) kommen da besser und haben auch grafisch einiges zu bieten.

Alfonso Font: Düstere Stories
96 Seiten, gebunden, 24,95 Euro, Erko, ISBN 9789089821102

Der Fährmann

hermann-der-faehrmannDie Comicproduktion von Hermann Huppen ist enorm. Neben Fortsetzungen seiner Serien wie Jeremiah publiziert er immer wieder Einzelbände (Old Pa Anderson). Auch Der Fährmann ist ein Einzelband – von Hermann gezeichnet, und von seinem Sohn Yves geschrieben.

In diesem Album dreht sich alles um den Wunsch nach einem sorgenfreien Leben: Keine Probleme, kein Stress wegen der Kohle, alles prima und im grünen Bereich. Kein Wunder, dass Sam, als er diesen Zettel mit der Karte und dem Geld bei dem Toten findet, sofort hellwach ist. Denn auf der Karte wird nichts Geringeres beschrieben als der Weg zum Paradies, und alles, was er und Samantha dafür tun müssen, ist in diese Stadt zu gehen, am vereinbarten Ort auf den angegebenen Kontakt zu warten, und schon kann man sich zurücklehnen und das Leben genießen.

Natürlich kommt es anders, als Sam denkt. Wovon Samantha, nebenbei, ohnehin überzeugt war. Was ihr dann aber nichts mehr nutzt. Dekor und Figuren erinnern sehr an die Welt von Jeremiah.

Hermann, Yves H.: Der Fährmann
56 Seiten, gebunden, 14,95 Euro, Erko, ISBN 9789089821072

PS: Bei Erko ist auch das Hermann-Album Abominable neu aufgelegt worden (14,95 Euro), das bereits 1989 von Carlsen in der Reihe Die großen Abenteuer-Comics unter dem Namen Schattenwelten publiziert worden ist. Eine Sammlung schauriger Geschichten, die von Erko auf besserem Papier, in HC und zudem mit fünf statt, wie bei Carlsen, mit vier Geschichten aufgelegt wurde.