An Bord der Morgenstern

Autor Pierre Mac Orlan (1882 – 1970) war einer der bekanntesten französischen Autoren von Abenteuergeschichten. Sein Roman, an dem sich das Szenario von Ribb Reb’s lose entlang hangelt, beschreibt das Piratenleben als eine Mischung aus Ödnis (beim Warten auf ertragreichere Zeiten), Grausamkeit (beim Entern fremder Schiffe) und sinnlosen Besäufnissen (beim Ausgeben der Beute). Piraten waren im Grunde ein ziemlich verlorener Haufen von Menschen, denen an den meisten Küsten der Galgen drohte, und die deshalb nichts mehr zu verlieren hatten – was nicht gerade zur Verfeinerung ihrer Sitten beitrug. Geschildert wird das anhand der Erlebnisse eines Jungen, der 1718 im Alter von 15 Jahren auf einem Schiff anheuert, weil er eine junge Frau getötet hat, um zu sehen, wie es unter ihren Röcken aussieht.

Im Gegensatz zur Grobheit, mit der die Protagonisten der Geschichte miteinander umgehen, sind die Zeichnungen von Riff Reb’s fast schon filigran. Kleider, Gesichter und Mimik sind mit viel Liebe zum Detail ausgeführt – das gilt auch für Landschaften, Schiffe und Gebäude. Die Kapitel sind schwarzweiß gezeichnet, aber jedes mit einer anderen Schmuckfarbe koloriert, was für ebenso abwechslungsreiche wie intensive Atmosphären sorgt. Ein klasse gezeichnetes und spannend erzähltes Album, in dem ab und zu auch ein paar leise Töne durchkommen.

Riff Reb’s: An Bord der Morgenstern
128 Seiten, gebunden, 18,80 Euro, Carlsen, ISBN 978-3-551-79108-5

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