Louis am Strand

delisle-louis-am-strandManchmal hängt es von der Stimmung ab, die man gerade hat, ob man einen Comic (oder einen Film, oder eine CD) mag oder nicht. Wenn die Stimmung nicht zum Comic passt, kann das dazu führen, dass man Alben als langweilig empfindet, die man einen Monat später vielleicht ganz anders bewerten würde. Vielleicht lag es daran, dass ich Delisles Comic „Louis fährt Ski“ eher belanglos fand – obwohl ich seine Alben über Shenzhen, Pjöngjang und Birma sehr mag.

Dieser Gedanke ging mir durch den Kopf, als ich „Louis am Strand“ gelesen habe. Denn diese zum Knutschen süße Geschichte ist herzallerliebst erzählt und klasse gezeichnet. Der achtjährige Louis zerrt seinen Vater morgens aus dem Bett, weil er an den Strand will. Dort angekommen, legt sich sein Vater unter den Sonnenschirm und döst faul vor sich hin. Louis findet das langweilig. Er will spielen, er will Action, und so nimmt das Abenteuer seinen Lauf: Sandburgen bauen, vor Hunden flüchten, Freunde gewinnen, Eis essen, Verfolgungsjagden unter Wasser, Begegnungen mit U-Booten und Riesenfischen – Realität vermischt sich mit Fantasie, und Fantasie hat Louis jede Menge.

Deslise gelingt es wunderbar, die Naivität, mit der ein Kind die Welt sieht, in kongeniale Bilder umzusetzen. Spaßig, rührend, unterhaltsam – einfach schön. Und das ohne ein einziges Wort Text. Vielleicht sollte ich „Louis fährt Ski“ doch nochmal lesen?

Guy Delisle: Louis am Strand
48 Seiten, 12,- Euro, Reprodukt, ISBN 978-3-941099-19-7
> Leseprobe

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