Am 4. Juni 1629 lief die Batavia, ein Schiff der Vereenigde Oostindische Compagnie (VOC), 60 Kilometer vor der australischen Westküste auf ein Riff. 341 Personen waren an Bord, darunter 38 Frauen und Kinder. Die gerade im Jahr zuvor nach modernsten Techniken gebaute Batavia war auf dem Weg von Amsterdam nach Java, um dort für die VOC Gewürze an Bord zu nehmen. Die VOC war die erste Aktiengesellschaft der Welt – und wie alle späteren Aktiengesellschaften auch vor allem darauf bedacht, so viel wie möglich Profit aus ihren Unternehmungen zu schlagen. Die Matrosen waren schlecht bezahlt, wurden schlecht behandelt und waren schlecht untergebracht.
Bis auf etwa 20 Personen überlebten die meisten Passagiere die Havarie. Sie konnten sich auf benachbarte Inseln retten. Der Kapitän unternahm den waghalsigen Versuch, mit ein paar Matrosen in einem geretteten Beiboot die rund 900 Meilen entfernte Niederlassung im damaligen Batavia zu erreichen, um Hilfe zu holen. Er schaffte es tatsächlich.
Unter denen, die auf den Inseln zurück geblieben waren, befand sich der Apotheker Jeronimus Cornelisz. Er war mehr oder weniger aus Amsterdam geflüchtet, nachdem seine Apotheke Bankrott und seine Ehe in die Brüche gegangen war. Auf der Insel der Gestrandeten riss er alle Befehlsgewalt an sich und errichtete ein blutiges Terrorregime, um sich die Ladung der Batavia zu sichern, unter der sich Gold, Silber und Edelsteine befanden.
Christophe Dabitch erzählt in dieser Trilogie die Geschichte von Jeronimus. Jean-Denis Pendanx malt die dazu gehörigen Bilder ein bisschen im Stil der der damaligen Zeit, was der Reihe eine sehr authentische Atmosphäre gibt. Erfreulich zurückhaltend erzählt und prima gezeichnet beschreibt der jetzt erschienene Band 1 die Schiffsreise bis kurz vor der Havarie. Band zwei soll im März 2010 erscheinen, der abschließende dritte Band erscheint in Frankreich im Frühjahr, bei Schreiber & Leser dann gegen Ende 2010.
Jean-Denis Pendanx, Christophe Dabitch: Jeronimus
Bd 1: 80 Seiten, A5, gebunden, 18,80 Euro, Schreiber & Leser, ISBN 978-3-941239-24-1
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Die Macht der Männer liegt in der Geduld der Frauen. Diese Erkenntnis der Frauenbewegung aus den 70er Jahren war in den 80ern unter Punkfrauen nicht mehr sehr verbreitet. Sie dachten, ihr schräges Aussehen sei für Typen abschreckend genug.
Also das hier ist wirklich eine tolle Sache. Es gibt unzählige Rock-Enzyklopädien, in denen die Bands fein säuberlich nach Alphabet aufgelistet sind. In der Regel lesen sie sich in etwa so rockig wie ein Kammerkonzert klingt.
Eigentlich hat Étienne keinen Grund zu klagen. Er hat zwar seinen Job verloren, und seine Freundin hat ihn ebenfalls verlassen. Aber wenn man kurz darauf sechs Richtige im Lotto tippt, sollte man künftigen Entwicklungen eigentlich eher positiv entgegen sehen.
Sascha Hommer, 1979 geboren, Herausgeber der Comic-Anthologie „Orang“, in der man immer wieder interessante junge Zeichner entdecken kann, hatte bereits 2006 mit „Insekt“ ein Album abgeliefert, das sich auf sehr eigene Weise mit den Themen Identität, Andersartigkeit und Toleranz beschäftigt hat. In seinem neuen Album „Vier Augen“ beschreibt er das Leben von Jugendlichen, die in den neunziger Jahren in einem Ort im Schwarzwald aufwachsen, sich auf das Abitur vorbereiten und die Freizeit vorzugsweise bekifft verbringen.