Azrayen + Quintett

lax-azrayen1954 startete der militärische Arm der Front de Libération Nationale (FLN) den bewaffneten Aufstand gegen die französische Kolonialherrschaft. Der Algerienkrieg begann. Die FLN kämpfte für die Unabhängigkeit und verübte dazu auch Attentate. Die Franzosen massakrierten aus Rache ganze Dörfer. Und irgendwann verschwand eine komplette Einheit französischer Soldaten in den unwegsamen Bergen der Kabylei. Es gab keinen Kontakt mehr zu ihnen – und damit zwei mögliche Szenarien: Sie hatten sich in den Bergen verirrt, oder sie waren tot. Letzteres schien am wahrscheinlichsten, denn wenn sie sich verirrt hätten, hätten sie zumindest per Funk noch eine Verbindung herstellen können.

Um Klarheit zu bekommen, wird ein Suchtrupp losgeschickt. Keine leichte Aufgabe, denn die Unterscheidung von Freund und Feind ist in diesem unwegsamen Gelände nicht einfach, und die Dorfbewohner erweisen sich als wenig gesprächig. Dazu kommt, dass Hauptmann Valera dem zwielichtigen Tirard, der ihm als Guide zugewiesen wurde, nicht traut. Und dann ist da noch die Frau, die früher mit dem Anführer der verschwundenen Truppe zusammen war. Welche Interessen verfolgt sie?

Max-und-Moritz-Preisträger Frank Giroud (Galkiddek) erzählt die Geschichte gewohnt routiniert und verarbeitet auf sehr freie Weise Kriegserlebnisse seines Vaters. Lax (Hot Rock, Ein Mann namens Cervantes) bringt die Atmosphäre der Bergdörfer schön auf die Seiten. Dass er Landschaften kann, hat er schon in seinem wunderbaren Cervantes gezeigt. Irritierend sind gelegentlich seine sandfarbenen Kolorierungen, die Hitze und Sonne implizieren, obwohl es in den Bergen empfindsam kalt ist. Comicplus+ hat diese Hardcoverausgabe auf 1000 Exemplare limitiert.

Lax, Frank Giroud: Azrayen (Gesamtausgabe)
144 Seiten, limitiert, HC, 34,- Euro, comicplus+, ISBN 978-3-89474-304-8
> Leseprobe

bonin-quintettDer Verlag schriebt: Mazedonien, im Kriegsjahr 1916. Auf einem Militärflugplatz führt das Schicksal vier Menschen zusammen. In ihrer Erinnerung werden sie später die Zeit ganz unterschiedlich beschreiben, doch keiner erfasst, was sich in jenen Tagen wirklich abgespielt hat. Eine eindrucksvolle Studie über das Wesen von Wahrnehmung und Wahrheit. Auf 700 Exemplare limitierte dreibändige Gesamtausgabe.

Und zwar der erste von insgesamt drei Bänden, um genau zu sein. Was an dieser Reihe besonders gefällt, ist, dass zwar alle sechs Bände (je zwei pro Gesamtausgabe) von Giroud geschrieben, aber jeder von einem anderen Zeichner zu Papier gebracht wurde. Im vorliegenden ersten Band teilen sich Cyril Bonin (Wer Wind sät) und Paul Gillon die Arbeit. Das sorgt für Abwechslung, und wird später noch durch Steve Cuzor, Jean-Charles Kraehn und Giancarlo Alessandrini ergänzt. Da manche Figuren in mehreren Bänden vorkommen, müssen sie dann auch von wechselnden Künstlern gezeichnet und interpretiert werden. Das gibt ihnen eine zusätzliche Note.

Cyril Bonin, Paul Gillon, Frank Giroud: Quintett (GA Band 1)
144 Seiten, limtiert, HC, 34,- Euro, comicplus+, ISBN 978-3-89474-303-1
> Leseprobe

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