Carbon & Silizium

Die melancholische Freundschaft zweier KIs in einer (w)irren Welt: Carbon und Silizium sind revolutionäre KIs, Meisterwerke der High-Tech-Labors der Tomorrow Foundation. Als Prototypen einer völlig neuen Generation von Androiden werden sie mit dem gesamten Wissen der Menschheit gefüttert und stellen einen gigantischen Sprung in der Entwicklung künstlichen Bewusstseins dar. Indem sie experimentieren, beobachten, lernen, sich weiterentwickeln und so vielleicht echte Intelligenz erlangen, sollen sie die Probleme der dahinsiechenden Menschheit lösen. Mathieu Bablet wurde durch sein Monumentalwerk »Shangri-La« über Nacht zum Star des Science-Fiction-Comics. In seinem neuen Werk »Carbon & Silizium« betrachtet er die großen ökologischen, sozialen, politischen und ökonomischen Fragen unserer Zeit durch die Augen zweier Beobachter, die hochintelligent, aber zugleich kindlich naiv sind. Eine Graphic Novel mit einem unwiderstehlichen Sinn für Ästhetik und mit einem intensiven Interesse für das, was das Menschsein ausmacht. (Verlagstext)

Naja – die großen ökologischen, sozialen, politischen und ökonomischen Fragen unserer Zeit werden zwar gestreift, aber Tiefgang darf man nicht erwarten. Es ist mehr das selbstgemachte Elend der Menschheit, das da als Dauerschleife im Hintergrund vorüberzieht – dem wahrscheinlichen Untergang entgegen. Während der unwiderstehliche Sinn für Ästhetik und mit einem intensiven Interesse für das, was das Menschsein ausmacht, eine sehr treffende Beschreibung – und gleichzeitig die Stärke – dieses Albums ist.

Mit Bablets Shangri-La konnte ich – nicht zuletzt aufgrund der engen Zeichnungen – wenig anfangen. Hier ist es anders. Bablet lässt Landschaft und Figuren mehr Raum. Die Bilder machen mehr her. Und während Corbon mehr der sesshafte Typ ist, der auch immer wieder den Kontakt zu ihrer Schöpferin sucht (und oft verfolgt wird, denn die beiden sollen von der Tomorrow Foundation liquidiert werden), zieht Silizium lieber durch die Gegend und erkundet die Welt. Sie sind verschieden, aber aufeinander angewiesen. Sie gehen verschiedene Wege, um sich immer wieder neu zu finden.

Und wenn Carbon schließlich Silizium, nach einer wieder einmal langen Trennung, auf einem Felshügel wiederfindet, von dem aus er in das weite Tal herunterblickt, fragt, wie lange er schon da sitzt und als Antwort Siebzehn Jahre bekommt, dann fühlt man die Verlorenheit dieser beiden in einer Welt, in der sie den Menschen fremd, und die Menschen sich selbst ebenfalls fremd geworden sind. Das hat was.

Mathieu Bablet: Carbon & Silizium
Aus dem Französischen von Sophie Beese
272 Seiten, gebunden, 45,- Euro, Splitter, ISBN 978-3-96792-395-7
> Leseprobe

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