Totem

ross-totemRegen, Morast, ein tiefer geheimnisvoller Wald – und das soll ein Sommercamp sein? Noch dazu hat es Louis als Sonderling besonders schwer, sich in die Sitten und Gebräuche der Pfadfindertruppe einzufinden. Als dann noch ein mysteriöses Untier den Wald unsicher macht und er sich mit den anderen Neulingen durch ein harsches Initiationsritual kämpfen muss, wird aus dem Spiel Ernst. Louis muss sich einer Probe stellen, die ihn hinab in unbekannte Tiefen seines Selbst führt. Soweit der Verlagstext, der den Beginn dieses Albums beschreibt, in dem sich alles um das Erwachsenwerden dreht.

Nun ist das mit den unbekannten Tiefen des Selbst so eine Sache. Was nach dem Initiationsritual passiert, wird sehr assoziativ erzählt. Da kann man alles Mögliche hineininterpretieren und ist doch nicht sicher, am Ende die richtige Deutung gefunden zu haben. Das ist auch hier der Fall, weshalb man die Geschichte wohl mehr als einmal lesen wird.

Ross versteckt seine Figuren manchmal hinter dunklen Büschen und Schatten – zwei Augen, eine schemenhafte Bewegung oder auch nur Ansätze davon leuchten aus dem Dickicht hervor. Was ist real, was Einbildung? Eigentlich ist mir so was zu mystisch. Die dynamischen Zeichnungen von Mikael Ross machen dieses Album aber selbst dann interessant, wenn man mit dem Ende der Geschichte nicht wirklich etwas anfangen kann. Denn hier ist fast jedes zweite Panel ein Genuss für sich – und wenn man die Story verstanden hat, kommt sogar die Mystik richtig gut.

Top 10 2016Mikael Ross, Nicolas Wouters: Totem
128 Seiten , gebunden, 29,95 Euro, avant, ISBN 978-3-945034-52-1
> Leseprobe

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