White Line

Also eins ist mal klar: Man soll sich nicht einfach von Fremden anquatschen lassen. Schon gar nicht, wenn man gerade Stress mit der Freundin hat. Und Zettel, die einem seltsam verschleierte Frauen zustecken, sollte man auch nicht lesen. Und wenn man es doch nicht lassen kann, die Nase reinzustecken, sollte man wenigstens die Anweisungen ignorieren, die darauf notiert sind: Folge der weißen Linie! Aber der junge, namenlose Held in der Geschichte von Calle Claus ist schon zu benebelt, um noch klar denken zu können – und außerdem ist es spaßig, nachts aus der Disco zu fallen und eine weiße Linie entlang zu torkeln.

So hat er sich die Geschichte, in die er da hinein gerät, am Ende selbst zuzuschreiben: Kidnapping im Hafen, eine blutige Seeschlacht zwischen finsteren Wesen, barbarische Rituale am Strand einer einsamen Insel und eine Romanze mit einer Katzenfrau – die allerdings, wir ahnen es schon, auch nicht zwangsläufig gut enden muss. Überhaupt ist das Ende, das Claus sich für sein Album ausgedacht hat, ebenso originell wie gemein.

Die Zeichnungen sind durchweg schwarzweiß, der Zeichenstil ist plakativ und eingängig. Und weil Bilder mehr als Worte sagen, kommt Claus mit erfreulich wenig Text aus. Eine spannendes Lesevergnügen, bei dem man allerdings auch ein wenig mitdenken muss.

Calle Claus: White Line
141 Seiten, schwarzweiß, 18,- Euro, Edition 52, ISBN 9783935229920
> Leseprobe

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