Comic!-Jahrbuch 2018

icom-comicjahrbuch-2018Das Comic!-Jahrbuch erscheint seit dem Jahr 2000, und wenn man sich die frisch ausgelieferte 2018-Ausgabe ansieht, muss man sagen, dass es nach wie vor zu den wichtigsten Publikationen rund um den Comicmarkt gehört. Hier liest man immer wieder Hintergrundberichte, Interviews, Reviews und Analysen, die man in dieser Kompaktheit (und Kompetenz) sonst nirgendwo findet.

Die aktuelle Ausgabe startet mit einem Gespräch mit Alexander Braun, der viele Comic-Ausstellungen (u.a. in der ehrwürdigen Bundeskunsthalle zu Bonn) organisiert hat. Er berichtet über Frust und Lust eines Kurators und über die Erfahrungen, die er mit den Ausstellungen gemacht hat. Vom Zauber der Comic-Originale berichten in einem weiteren Interview von Burkhard Ihme vier Sammler und ein Händler, Holger Vallinga blickt auf das Münchner Comicfestival zurück, Lilian Pithan schriebt über Comicreportagen, die sich mit dem Thema Migration beschäftigen, Andreas Alt durchforstet die wundersame Welt der Behördencomics, während Ralf Palandt über Comics aus der Neonazi-Szene informiert (und darüber, wie wenig sich die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien für deren Inhalte interessiert).

Artikel über die aktuelle Lage auf dem holländischen, französischen, japanischen, italienischen und US-Comicmarkt fehlen ebenso wenig wie die Liste der diesjährigen ICOM-Preisträger, von denen viele in umfangreichen Interviews zu Wort kommen. Interessant ist auch das Gespräch, das Christian Muschweck mit Denis Kitchen über Underground-Comix, Zensur und das Recht am eigenen Werk geführt hat. Eine Übersicht von Heiner Lünstedt über aktuelle Trickfilme rundet den diesjährigen Band ab. Und natürlich gibt es viele, viele Artikel mehr, von denen einige, wie immer, auf der ICOM-Website angelesen werden können.

Burkhard Ihme (Hrsg.): COMIC!-Jahrbuch 2018
264 Seiten, 15,25 Euro, ICOM, ISBN 978–3–88834-948-5
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Deutsche Comicforschung 2017

sackmann-comicforschung-2017Alle Jahre wieder erscheint seit 2005 zum Jahresende ein neuer Band von Eckart Sackmanns Comicforschung. Diesmal unter anderem mit Artikeln über Rinaldo Rinaldini als Comic-Held, über die aus der Kaiserzeit stammende antisemitische Bildergeschichte Das Lied vom Levi und über Comics als Propagandamedium (Gaby, das Atommädchen und Die spannendste Geschichte unserer Zeit – ein Wahl-Comic aus der Zeit, als Adenauer sich Sorgen um seine Wiederwahl machen musste).

Daneben gibt es einen Rückblick auf den ersten Comic-Congress 1973 in Berlin – also lange vor Erlangen – und Rückblicke auf die Arbeiten von heute eher unbekannten Comicmachern wie Lothar Meggendorfer, Johannes Thiel, Gerhard Brinkmann und Kurt Ludwig Schmidt. Neben Sackmann sind Julian Auringer, Harald Kiehn, Dr. Helmut Kronthaler und Holger Vallingaals als Autoren vertreten.

Interessant ist auch der Artikel über die Publikationsgeschichte von Asterix. Wobei man hier eher von einem Leidensweg reden muss, denn die ersten in Deutschland publizierten Asterix-Abenteuer waren teilweise gekürzt, und was die Übersetzung angeht haben sie im Laufe der Jahre viele Änderungen über sich ergehen lassen müssen (von der geänderten Kolorierung und dem Lettering ganz zu schweigen). In diesem Artikel wird deutlich, wie sehr Kunst verwurstet und vermarktet wird, ohne auf die Ursprungsideen der Künstler Rücksicht zu nehmen.

Ergänzt wird der Band wie immer mit einer Vielzahl farbiger Abbildungen aus den besprochenen Frühwerken. Der Wahl-Comic aus der Adenauer-Zeit ist komplett abgedruckt. Wer sich für die gesellschaftliche, politische und ökonomische Geschichte von Comics in deutschen Landen interessiert, findet in dieser Reihe reichlich sauber und aufwändig recherchierten Lesestoff.

Eckart Sackmann (Hg.): Die Deutsche Comicforschung Band 13 (2017)
144 Seiten, gebunden, 39,- Euro, comicplus+, ISBN 978-3-89474-293-5
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Comic!-Jahrbuch 2017

icom-comicjahrbuch-2017Das neue Comic-Jahrbuch des Interessenverbands Comic (ICOM) ist da. Etwas dünner als gewohnt, weil einige Texte nicht rechtzeitig (oder gar nicht) fertig wurden – mit 224 Seiten und einer Fülle interessanter Beiträge liefert es aber nach wie vor jede Menge spannende Artikel und Interviews aus der Welt der bunten Bilder.

Neben dem üblichen Rückblick auf den diesjährigen Comicsalon in Erlangen und einem Ausblick auf den Comicmarkt in den Niederlanden, den USA und Japan gibt es anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Splitter-Verlags ein ausführliches Interview mit Horst Gotta. Geplaudert wird über die Anfänge und die aktuelle Entwicklung des Verlags, über Kriterien der Albenauswahl und vieles mehr.

Auch Annette Köhn vom Jaja-Verlag steht im Jahrbuch Rede und Antwort. Anlass ist die Verleihung des ICOM Sonderpreises 2016 für eine bemerkenswerte Comicpublikation, der diesmal nicht an eine Publikation, sondern an den Jaja-Verlag ging, weil dessen Publikationen eigentlich allesamt bemerkenswert sind. Beeindruckend an Jaja ist nicht zuletzt, dass keine Bank der Welt diesem kreativen und quirligen Unternehmen auch nur einen Cent Gründungskredit gegeben hätte, weil die Bücher zu keiner klar definierten Zielgruppe passen. Trotzdem ist Jaja jetzt fünf Jahre alt geworden.

Auch Joachim Brandenbergs eigenwillige und geniale Adaption von O. Henrys Tobin´s Palm als Tobisch, die den Preis als Bester Independent-Comic abgeräumt hat, ist bei Jaja erschienen. Mit Brandenberg gibt es ebenso ein Interview wie mit Jan Vismann, dessen Album Nomaden mit dem Newcommer-Preis ausgezeichnet wurde. Daneben berichtet Klaus Voormann darüber, wie sein Albumcover für die Beatles-LP Revolver entstand, Frank Plein interviewt den Cartoonisten Uli Stein, es gibt einen Nachruf auf Manfred Deix, und Kristina Gehrmann (Im Eisland) informiert über ihren Ratgeber Zeichnen als Beruf – Erfolgreich durchstarten mit Manga, Illustration und Comic. Das und mehr – im Jahrbuch stöbern lohnt sich.

Burkhard Ihme (Hrsg.): COMIC!-Jahrbuch 2017
264 Seiten, 15,25 Euro, ICOM, ISBN 978–3–88834-9478