Weegee – Serial Fotographer

Ein Album über den New Yorker Fotografen Arthur Fellig (1899 – 1968): Ende der 1930er-Jahre, New York. Die Lower East Side ist das bevorzugte Jagdrevier von Weegee – sein eigentlicher Name: Arthur Fellig. Allzeit bereit und das Autoradio auf Polizeifrequenz eingestellt, fotografiert Weegee die Auswüchse des wilden Nachtlebens von Manhattan: Mordopfer am Straßenrand, Drogentote, Unfälle, Brände, verkohlte Leichen… Ebenfalls dokumentiert er das Leben der Menschen am Rande der Gesellschaft. Weegee ist der Beobachter der Ungleichheiten und Diskriminierungen im Amerika der Depression. Max de Radiguès und Wauter Mannaert nehmen uns mit auf eine Reise an der Seite des Fotoreporters, der von seinen Zeitgenossen als „Zaubermeister“ betrachtet wurde, berühmt wurde mit seinem Buch „Naked City“, in dem er seine Verbrechens- und Unfallfotos um Aufnahmen von Armen und Obdachlosen ergänzt. (Verlagstext)

Wobei Weegee so seine eigenen Methoden hatte, um Unfallopfer in Szene zu setzen. Zum Beispiel den Toten, der mit drei Einschüssen am Straßenrand vor einem Kino liegt. Eine Beziehungstat. Schönes Motiv. Doch die Leiche liegt ungünstig. Man sieht ihr Gesicht nicht. Das ist nicht sehr ästhetisch, findet Weegee, der vor der Polizei am Tatort ist. Also dreht er den Toten kurzerhand zur Seite. Schon besser. Aber auch das gefällt Weegee noch nicht wirklich, und so verändert er die Position des Toten so oft, bis es ein wirklich gutes Foto wird. Eins, das Kohle bringt. Da darf man nicht zimperlich sein.

Weegees Ziel war es, einmal aus der Lower Eastside rauszukommen und die Stars und Sternchen in Hollywood zu fotografieren. Doch bis dahin ist es ein langer Weg. Ob seine Freunde recht haben, die meinen, in Hollywood würde er sich gar nicht wohlfühlen? Weegee ist anderer Meinung. Ein Album, dessen Zeichnungen die Atmosphäre des New Yorker Nachtlebens klasse einfangen. Das sieht richtig gut aus. Einzig das Szenario lässt Wünsche offen. Es fehlt ein Rahmen, der die Story zusammenhält. Es hängt alles etwas in der Luft. Wer eine Biografie über Weegee sucht, ist auf Wikipedia besser aufgehoben.

Wauter Mannaert, Max de Radiguès: Weegee – Serial Photographer
Aus dem Französischen von Marion Herbert
114 Seiten, schwarzweiß, gebunden, 20,- Euro, Reprodukt, ISBN 978-3-95640-325-5
> Leseprobe

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