Bis zum bitteren Ende + Inhuman

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Zwei Abenteuer-Comics von Splitter. Den Anfang macht ein prima gezeichneter Spätwestern. Der Verlag schreibt: Die Ära der Cowboys geht zu Ende – die Eisenbahn bringt jetzt die Rinder von der weiten Prärie in die Schlachthöfe Chicagos. Der letzte Longhorn-Treck des alten Russel führt ihn aufs Altenteil zu einigen Hektar Farmland in Montana, wo er und sein Adoptivsohn Bennett in Frieden leben können. Doch im Städtchen Sundance, das sie durchreisen, wird Bennett eines Morgens tot aufgefunden. Der Bürgermeister erklärt die Sache zu einem Unfall und jagt Russell aus seiner Stadt. Aber der alte Cowboy wird das nicht so einfach auf sich beruhen lassen. Er will Antworten, koste es, was es wolle. Ein wunderschön illustrierter Spätwestern-Oneshot, der den erlöschenden Glanz des Wilden Westens in einer tragischen Rachestory vor imposanter Kulisse einfängt.

Der Unterschied zwischen diesem und den meisten anderen Western besteht darin, dass hier nicht nur sinnlos um Ehre, Ruhm und Reichtum geballert wird, sondern grundlegendere Fragen von Recht und Moral thematisiert werden. Ähnlich wie im Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt. Da dreht sich auch alles darum, ob man aus schnöder Geldgier morden, oder, wenn schon nicht selber, dann doch zumindest andere dazu animieren darf.

In diesem Fall stellt sich die Frage, ob man einen möglichen Mord vertuscht, um in den Genuss eines großen Verlade-Bahnhofs für ganz Wyoming zu kommen, der sicher viele Reisende anziehen und dem kleinen Örtchen Sundance viel Geld bringen wird. Im Grunde genommen: Der Tote war ein Junge auf Durchreise – also jemand, den niemand in Sundance kannte. Da kann es einem doch eigentlich egal sein, wie er gestorben ist. Oder?

Paul Gastine, Jérôme Félix: Bis zum bitteren Ende
80 Seiten, gebunden, 18,- Euro, Splitter, ISBN 978-3-96219-568-7
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Und ein Science Fiction: Die Menschheit sucht nach einer neuen Heimat zwischen den Sternen. Ein weit entfernter Planet ist ein vielversprechender Kandidat, und ein Expeditionskorps wird entsandt, um ihn zu erkunden. Vor Ort machen die mutigen Forscher eine unfassbare Entdeckung: Auf dieser Welt leben bereits Menschen, die sogar ihre Sprache sprechen! Sie stehen in Symbiose zu einer Spezies freundlicher Kraken-Aliens und beten zu einer allmächtigen Entität, die jeden Aspekt ihres Daseins bestimmt. Doch einer nach dem anderen fallen die Raumfahrer diesem mysteriösen Gott anheim, und nur die Androidin Ellis bleibt zurück. Nun liegt es an ihr, der Maschine, ihre Kameraden zu retten. Eine scharfsinnige SciFi-Graphic-Novel über die Faszination des Alls, das Potential Künstlicher Intelligenz und den Wert der Menschlichkeit von Denis Bajram (»Universal War One«) und Valérie Mangin (»Alix Senator«).

Tja – wie ist das nun mit der menschlichen Intelligenz? Ihrer Sozialkompetenz? Und mit ihrer Fähigkeit, friedlich zusammen zu leben, ohne sich zu bekriegen? Können die das überhaupt? Die Aliens glauben das nicht: Die Menschen sind nicht dafür geschaffen, frei zu sein…. Ich hab in ihre schwarze Seele geblickt. Einige werden sich schon bald zu Herren über die anderen aufschwingen und sie ihren Launen unterwerfen. Also lieber eine glückliche Knechtschaft als zügellose Freiheit?

Die Expedition, die sich mit den Kraken-Aliens rumschlagen muss, will weder das eine, noch das andere. Aber wie sollen sie das auf diesem Planeten, der rundum von den Aliens kontrolliert wird, umsetzen? Und wie sollen sie die von den Aliens kontrollierten Menschen befreien – obwohl die gar nicht befreit werden wollen? Ist es wirklich schöner, in glücklicher Knechtschaft zu leben als in Freiheit?

Thibaud de Rochebrune, Denis Bajram, Valérie Mangin: Inhuman
104 Seiten, gebunden, 24,- Euro, Splitter, ISBN 978-3-96219-583-0
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Ein Gedanke zu “Bis zum bitteren Ende + Inhuman

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