Der Schweinehund

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Loisel ist ein Zeichner, auf dessen Alben man sich in der Regel immer freut. Jetzt startet seine neue Reihe Der Schweinehund. Verlagstext: Wer sich in das Herz des bedrohlichen Dschungels vorwagt, kann sich leicht darin verirren … Max, der gerade seine Mutter beerdigt hat, taucht in die Spuren seiner Vergangenheit ein, in seine Kindheit, die er in Brasilien verbrachte. Auf der Suche nach seinem Vater entdeckt er ein Gebiet, das von Gewalt, Prostitutionsnetzwerken und dem Gesetz des Stärkeren beherrscht wird.

Die Suche ist nicht leicht. Max hat seinen Vater im Alter von drei Jahren zuletzt gesehen und kennt nicht mal seinen Namen. Für seine Mutter war der Name Tabu. Max hat nur zwei Fotos. Auf jedem ist seine Mutter mit einem Mann zu sehen. Leider auf jedem mit einem anderen. Wer von beiden ist der Vater? Als Max mit den Bildern Nachforschungen anstellt, merkt er schnell, dass nicht alle begeistert davon sind, die Vergangenheit aufleben zu lassen. Und dass im Dschungel raue Sitten herrschen.

Die Story der neuen Serie ist von Loisel, die Zeichnungen sind von Pont. Das ist schade, denn sie sind um Längen glatter (und damit auch leerer) als die, die man von Loisel aus seiner Kultserie Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit oder aus Peter Pan gewohnt ist. Die Charaktere werden prima rausgearbeitet, und Pont trifft sie in den Zeichnungen auch gut. Aber es ist eben nicht Loisel, dessen traumhafte, mit Jean-Louis Tripp geschriebene und gezeichnete Reihe Das Nest von Carlsen jetzt in drei Gesamtausgaben neu aufgelegt wird. Bislang ist Der Schweinehund eine nette Abenteuerserie ohne besondere Höhepunkte. Mal sehen, wie die Fortsetzungen werden. Geplant sind insgesamt drei Bände. Band zwei soll im Sommer erscheinen.

Olivier Pont, Régis Loisel: Der Schweinehund – 1: Isabel
96 Seiten, gebunden, 18,- Euro, Carlsen, ISBN 978-3-551-79357-7
> Leseprobe

Update 28.6.21: Band 2 ist da (Maneta). Max ist weiter auf der Suche nach seinem Vater (und findet schließlich einen Mann, der behauptet, es zu sein), während die Frauen auf der Krankenstation im Urwald sich zunehmend gegen mörderische und triebhafte Holzfäller wehren müssen. Nach wie vor eine spannende Abenteuerstory in schönen Bildern, aber allzu viel Tiefgang darf man nicht erwarten.

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