Nevada, Wild West + Western

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Western-Time bei Splitter: Neben der Fortsetzung von Swolfs´ Lonessome (Band 2) und Kordeys Marshal Bass (Band 5) liegen mit Nevada (Serie), Wild West (Zweiteiler) und Western (Einzelband) drei neue Alben, bzw. Startausgaben neuer Reihen vor, die allesamt für Westernfreunde interessant sind. Fangen wir mit Nevada an. Verlagstext: Er ist ein Mann zwischen zwei Welten: Nevada Marquez lebt zugleich in der verblassenden Erinnerung an einen ungezügelten Wilden Westen und in der flirrenden Filmwelt Hollywoods, die ein Zerrbild der Eroberung Amerikas auf die Leinwand zaubert. Als der aufstrebende Western-Star Mac Nabb alias „Lonestar“ spurlos verschwindet, betrauen die Studiobosse Nevada damit, ihn aufzuspüren und wieder ans Set zu verfrachten – „the show must go on“… Ein Neo-Western, der sich wie sein Protagonist zwischen Nostalgie und Desillusionierung positioniert.

Ist ja gerade irgendwie modern, die Desillusionierung. Die Helden von heute glauben nicht wirklich mehr an ein Morgen, sondern handeln eher aus einer fatalistischen Motivation heraus. Wobei sich der Fatalismus Nevadas ziemlich exakt in Dollarnoten bemessen lässt. Eine Figur und eine Reihe, die nicht sonderlich originell sind, aber alle genretypischen Western-Elemente mitbringen. Was auch für die Zeichnungen von Colin Wilson (Die Jugend von Blueberry) gilt.

Colin Wilson, Fred Duval, Jean-Pierre Pécau: Nevada (1: Lonestar)
56 Seiten, gebunden, 16,- Euro, Splitter, ISBN 978-3-96219-507-6
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Dass Frauen im Westen keinen guten Stand hatten und sich ihrer Haut öfter wehren mussten, als ihnen lieb war (nicht nur gegen Indianer), ist keine Überraschung. Frauen, die sich wehrten, waren selten. Verlagstext: Martha ist 16 und verzweifelt genug, um sich zu prostituieren. Doch bevor es dazu kommt, trifft sie auf den Kopfgeldjäger Wild Bill Hickok, der ihr eine einfache Wahrheit enthüllt: Der Wilde Westen ist kein Ort für Zartbesaitete. Aber dafür ist die Freiheit in jedermanns Reichweite. Alles, was man braucht, ist ein Colt, ein paar Patronen und den Willen, sie einzusetzen. Damit kann sogar eine zarte Miss sich aus den Klauen eines bulligen Zuhälters befreien. Und so beginnt die blutige Legende von Martha Cannary, genannt Calamity Jane.

Über Calamity Jane, die wirklich gelebt hat, ist wenig exaktes überliefert. Sie wurde 1848 in Princeton, Missouri, als das älteste von sechs Kindern geboren, trank und fluchte gerne und viel, trug mit Vorliebe Männerklamotten und konnte schießen wie ein Teufel. Um ihr Leben ranken sich viele Legenden, von denen die meisten von ihr selbst erzählt wurden (wodurch der Wahrheitsgehalt selten nachprüfbar war). Einige davon werden in diesem Zweiteiler erzählt. Autor Thierry Gloris geizt dabei nicht mit Spannung, und auch die Zeichnungen von Jacques Lamontagne sind prima.

Jacques Lamontagne, Thierry Gloris: Wild West (1: Calamity Jane)
56 Seiten, gebunden, 15,- Euro, Splitter, ISBN 978-3-96219-514-4 56
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Das Team Rosinski / van Hamme hat zahlreiche starke Serien und Einzelbände abgeliefert, wie beispielsweise die kultige Reihe Thorgal und den wunderbaren Fantasy Die große Macht des kleinen Schninkel. Das Album Western schlägt ein bisschen aus der Art, denn mit Fantasy hat es, wie der Titel schon sagt, nichts zu tun. Verlagstext: Wyoming, 1858. Im zarten Alter von vier Jahren wurde der kleine Eddie van Deer entführt, vermutlich von Lakota-Sioux. Sein Onkel Ambrosius, einer der größten Viehzüchter im Westen, lobt daher eine Belohnung von stolzen 1000 Dollar für denjenigen aus, der seinen Neffen wohlbehalten zurückbringt. Zehn Jahre später fehlt von dem Jungen immer noch jede Spur. Doch der Abenteurer Jess Chisum hat eine neue Idee, wie er an die Prämie kommen kann…

Das starke an dem Album sind nicht nur die Zeichnungen von Rosinski. Auch die Story hat mit ihren überraschenden Wendungen einiges zu bieten. Da wird zur Lösung von Problemen nicht nur Blei, sondern auch Hirn eingesetzt. Zudem ist es ein Einzelband, bei dem man nicht fürchten muss, dass die Qualität möglicherweise in den Folgebänden nachlässt. Für Fans des Teams Rosinski / van Hamme auf jeden Fall empfehlenswert, für Western-Fans sowieso. Der Band ist bereits 2001 bei Schreiber & Leser erschienen. Bei Splitter als Sammleredition mit Kunstdruck publiziert.

Grzegorz Rosinski, Jean van Hamme: Western
72 Seiten, gebunden, 19,80 Euro, Splitter, ISBN 978-3-96219-513-7
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