Die Schöne und die Biester

berger-DieSchöneUndDieBiesterDas Cover erinnert mit seinen leicht flirrigen Zeichnungen auf den ersten Blick etwas an Loisels Vogel der Zeit. Das täuscht. Frauke Berger bringt weit weniger Details in ihre Panels. Da ist viel freie Fläche, und ihre Figuren legt sie zudem größer an als Loisel, wodurch der Eindruck entsteht, dass sie die Panels zu sprengen drohen und eigentlich zu wenig Platz zur Entfaltung haben. Es wirkt alles etwas eng, gelegentlich auch unübersichtlich. Aber das ist ihr Stil, den hat sie schon in ihrem Zweiteiler Grün gepflegt. Die Zeichnungen an sich sind prima, die gefühlvolle Kolorierung auch. Und die Story?

Verlagstext: Es war einmal ein blühendes Land, das wurde vom starken König Siegbart regiert. Doch als eine betrunkene Fee das Ende seiner Herrschaft durch eine Taube prophezeit, setzt der aufgebrachte König ein hohes Kopfgeld auf jede Taube des Landes aus – und der Wahnsinn nimmt seinen Lauf. Ohne es zu wollen, wird auch die schöne Bäckerstochter Hänfling in das Geschehen hineingezogen, während sie sich nebenbei unerwünschter Avancen erwehren muss und die Schergen des Königs überall taubenzüchtende Rebellen wittern… Ebenso abgründig wie verspielt, absurd wie menschlich erweist sich »Die Schöne und die Biester« als optisch opulentes, humorvolles Kunstmärchen über Macht und Unterdrückung, Schönheit und Wahnsinn und die Sinnlosigkeit blinden Widerstands.

Auf dem Cover steht zwar Kein Märchen, aber natürlich ist es eins – dazu sind die einzelnen Elemente zu typisch. Woraus resultiert, dass die Geschichte nicht allzu viel Spannung bietet, weil man vieles von anderswoher kennt. Ein paar originelle Ideen hat Boris Koch trotzdem eingeflochten. So machen manche Protagonisten die Erfahrung, dass man nicht jedes Brötchen essen sollte, dass man von einer schönen Bäckerstochter geschenkt bekommt. Am besten hat mir allerdings der Anhang von Hofdichter Hanns Klamm gefallen, in dem er beweist, dass die ganze Geschichte von vorne bis hinten erstunken und erlogen ist.

Frauke Berger, Boris Koch: Die Schöne und die Biester
72 Seiten, gebunden, 18,- Euro, Splitter, ISBN 978-3-96219-456-7
> Leseprobe

Dieser Beitrag wurde unter Fantasy veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentieren?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.