Negalyod

perriot-negalyodVerlagstext: Als seine Chasmosaurus-Herde vernichtet wird, beschließt der Nomade Jarri Tschapalt zum ersten Mal in die Stadt zu gehen – um sich zu rächen. Seine Fahndung wird aber zu einer sozialen und politischen Revolte gegen das „Netz“ führen, eine diktatorische Regierung, die Wasser und Land beherrscht und damit die Menschheit unterdrückt. Vincent Perriot vereint im Stil Moebius‘ prähistorische Kreaturen, Science-Fiction-Urbanismus sowie Low-Tech-Schiffe. Dieser futuristische, dystopische Western präsentiert in großartig kolorierten Panels mit prächtigen Dekoren eine Geschichte über Widerstand aber auch über die Entdeckung des Selbst und des Anderen.

Die Entdeckung des Selbst und des Anderen? Naja. Muss man wirklich jeder durchschnittlichen Abenteuerstory ein Stück Philosophie ankleben, damit es nach Kultur klingt? Das hier ist einfach eine spannende Geschichte, die in der Tat mit ihren großflächigen Bildern, den weiten Landschaften und den riesigen Flugechsen an die Welt von Moebius erinnert. Die Welt, die Zeichner und Szenarist Vincent Perriot in diesem Album skizziert, beschriebt eine Zukunft, in der die Menschen in verdorrten Wüsten oder mehrgeschossigen Städten leben – wobei man sich in der Stadt auch nicht wohler fühlt, als in der Wüste. Alles wird kontrolliert, von Freiheit keine Spur, und das Wasser ist allerorten knapp. Aus gutem Grund.

Man vermutet eine finstere Macht in der Spitze des wolkenhohen Stadtturms, den noch nie ein Mensch betreten hat. Ein weiser alter Mann ruft den Gott Namarari zu Hilfe. Aber Perriot ist ein guter Erzähler. Er lässt den Leser lange über die wahren Hintergründe des Geschehens im Unklaren. Wenn man die Philosophie weg lässt und das Album einfach als dystopische Fiktion sieht, liest es sich spannend runter. Ein Comic, der auch gut in das Programm von Splitter gepasst hätte und mit 28,- Euro für 200 vierfarbige A4-Seiten in Hardcover auch ein prima Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

Vincent Perriot: Negalyod
208 Seiten, gebunden, 28,- Euro, Carlsen, ISBN 978-3-551-73433-4

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