Gefährliche Liebschaften

djief-gefaehrliche-liebschaften1Der Roman Gefährliche Liebschaften von Choderlos de Laclos erschien 1782 in Frankreich und war ein ebenso großer Skandal wie Erfolg. Er ist in reiner Briefform geschrieben – 175 Briefe insgesamt – und gehört zu den intrigenreichsten Romanen überhaupt. Und zu den schönsten: Unter den erotischen und gesellschaftskritischen Romanen des französischen 18. Jahrhunderts vielleicht der klügste, kühlste, unsentimentalste. Literarisch und psychologisch glänzend. (Hermann Hesse)

In der Folge wurde er mehrfach verfilmt, ein Musical und ein Theaterstück gibt es auch, und jetzt also auch einen Comic. Der Roman hat gut 400 Seiten, die Comicadaption erscheint in zwei Bänden, der erste hat 56 Seiten – keine Frage, dass da viel von der Raffinesse dieses Intrigenspiels auf der Strecke bleibt. Wer das komplett genießen möchte: der Roman lohnt sich.

Der Comic ist aber, trotz seiner reduzierten Form, auch schön, wenn man ihn nicht an der literarischen Vorlage misst, sondern als eigenständiges Werk sieht. Der Verlag schreibt: Schmal, kränklich und von Epilepsie geplagt bereitet Sébastien Valmont seiner Mutter nichts als Sorgen, während sein Vater das Interesse an dem schwächlichen Jungen schon lange verloren hat. Als die erhabene Comtesse de Senange anbietet, ihn unter ihre Fittiche zu nehmen und ihn in die Spielregeln der Aristokratie einzuweihen, fällt der Familie Valmont ein Stein vom Herzen. Doch die verführerische Comtesse lehrt Sébastien nicht nur Hofetikette, Gesellschaftstanz und Intrigenspiel. Sie weiht ihn in die intimen Künste der Liebe ein, und bald ist der Junge für sie mehr als nur ein Protegé.

Im Original geht es darum, durch Vortäuschung nicht existierender Gefühle Herzen zu brechen. Auch hier werden Herzen gebrochen – allerdings nicht durch falsche Gefühle, sondern durch hinterhältige, eifersüchtige Ränkespiele. Wer tragische Liebesgeschichten mag, die noch dazu in der französischen Aristokratie des 18. Jahrhunderts spielen und die Verlogenheit der herrschenden Sitten hinterfragen, wird gut bedient. Die Zeichnungen transportieren die Atmosphäre der damaligen Zeit sehr schön.

Djief, Stéphane Betbeder: Gefährliche Liebschaften 1
56 Seiten, gebunden, 15,80 Euro, Splitter, ISBN 978-3-96219-232-7
> Leseprobe

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