Sterben ist echt das Letzte + Bangebüxe

mueller-sterben-ist-das-letzteIn diesem Album dreht sich alles um den Tod. Acht persönliche Geschichten von Eva Müller, in denen sie auch ihre eigenen Todesängste reflektiert. Und davon hat sie eine Menge. Sie hat Angst vor Feuer, Lepra und Kinderlähmung (obwohl sie dagegen geimpft ist). Sie hat Angst vor Gottes Zorn (Katholikin), vor Gift, vor saurem Regen, Erdbeben und Ertrinken. Sie hat Angst vor Hunger, schwarzen Löchern, dem Weltuntergang, vor Bomben, Spinnen und dem Atomkrieg, Und das ist längst nicht alles.

Trotzdem sucht sie immer wieder die Nähe des Todes. Sie setzt sich in das Zimmer, in dem bei ihren Großeltern die Verstorbenen aufgebahrt werden. Sie geht auf Friedhöfe. Sie absolviert gefährliche Mutproben auf dem Dachboden. Sie flirtet mit dem Tod, sie provoziert den Tod, und sie hat gleichzeitig Angst vor ihm.

Sterben ist echt das Letzte ist Müllers Abschlussarbeit und ihr erstes langes Album. Die Zeichnungen sind teilweise noch etwas ungelenk  – die Proportionen stimmen nicht immer – aber man liest sich schnell rein.

Eva Müller: Sterben ist echt das Letzte
160 Schwarzweiß-Seiten, 12,- Euro, Schwarzer Turm,  ISBN: 978-3934167865
> Leseprobe

berheide-bangebuexeBangebüxe ist ein Sammelband der School of Design in Münster. Auf dem letzten Erlanger Comic-Salon, schreibt der Verlag, ging der Max und Moritz-Preis für die Beste studentische Comic-Publikation an das extra für den Salon neu gegründete Magazin „Wunderfitz“, herausgegeben von Studierenden der Münster School of Design. Acht talentierte Zeichnerinnen und Zeichner stellen sich und ihre Geschichten nun in diesem fetten Prachtband vor. Die mitwirkenden Zeichner sind Silvia Berheide, Paul Butterer, Vivien Helders, Udo Jung (von dem auch das umwerfende Cover stammt), Vincent Schlothauer, Maxi Spieß, Willze und Jana Winters! Viel Comic für sehr wenig Geld! Viel Comic für wenig Geld, das kann man wirklich sagen, denn wo bekommt man heutzutage noch ein Vierfarbalbum mit 256 Seiten für 9,99 Euro? Auch bei der Aufmachung des Bandes haben sich die Herausgeber sich sichtlich Mühe gegeben.

Und auch hier spielt der Tod eine Rolle. Der fährt nämlich in der Geschichte von Silvia Berheide per Anhalter. Daneben bietet das Album die üblich wilde Mischung unterschiedlicher Stories. Einige tragen so wunderhübsche Titel wie Die Komplizen, die sich siezen (mit einem überraschend witzigen Plot), andere machen es kurz und nennen ihre Werke Vergiftet, Plump oder Vessel, wieder andere bevorzugen philosophische Überschriften (Überall ist nirgendwo, Der prekäre Status der Interaktion).

Allen gemeinsam ist die Frische und Unbekümmertheit, mit der die meisten von ihnen zu Werke gehen. Viele Ideen, acht unterschiedliche, interessante Zeichenstile, ein paar schräge Geschichten, und das alles für´n Zehner. Was will man mehr. Reinschauen lohnt sich.

Silvia Berheide (Hrsg): Bangebüxe
256 Seiten, 9,99 Euro, Kult Comics & Schwarzer Turm, ISBN 978-3-934167-82-7

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