Essai

debon-essaiDieses Album kommt in sehr stimmungsvollen Bildern daher. Fast jede Seite hat viel Ruhe und Atmosphäre zu bieten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Geschichte in den Wäldern der Ardennen spielt. Auf einer Waldlichtung, genau genommen, der Nicolas Debon auch mal eine halbe oder eine ganze Seite Platz einräumt.

Im Jahr 1903 hat dort der Anarchist Fortunè Henry versucht, eine herrschaftsfreie Gemeinschaft aufzubauen. Er hat das Land gerodet, um die umliegenden Quellen nutzen und Lebensmittel anbauen zu können. Die Bewohner der nahen Dörfer sind zunächst skeptisch – später kommt man sich näher. Nach und nach schließen sich andere Aussteiger dem Projekt an, und es entstehen feste Unterkünfte für Menschen und Tiere.

Wir lebten ohne Gott, ohne Vaterland, ohne Herren, frei mit dem Gefühl, ein Dasein nach unseren Wünschen und Vorstellungen zu führen, erinnert sich Henry. Dieses Leben bescherte uns eine beispiellose Freude und tägliche Zufriedenheit, die man in der Gesellschaft so nicht findet.

Debon erzählt die Geschichte des Projekts Essai (deutsch: Versuch) bis zu dessen Ende. Allzu sehr in die Tiefe geht er dabei inhaltlich nicht – es ist mehr ein Blick von außen. Trotzdem ist es ein schönes gestaltetes Album, das zeigt, dass es Projekte, die in den 1970er Jahren alternatives Leben genannt wurden, auch früher schon in ähnlicher Form gegeben hat.

Nicolas Debon: Essai – Ein Versuch, frei zu leben
96 Seiten, gebunden, 19,99 Euro, Carlsen, ISBN 978-3-551-72817-3
> Leseprobe

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