Münchhausen

kissel-muenchhausenFlix beschäftigt sich vor allem mit zwei Themen – mit Frauen und mit literarischen Klassikern. Darüber hat er einige unterhaltsame Comics geschrieben, wie Schöne Töchter oder Don Quijote. In seiner Paperback-Reihe hat Carlsen den Don Quijote jetzt neu aufgelegt. Statt 16,90 Euro für die gebundene Ausgabe (als e-Book für 10,99 Euro) gibt es den Paperback für 9,99 Euro. Allerdings wurden die ohnehin chronisch kleinen Zeichnungen von Flix da in ein noch kleineres Format gepresst (14,50 x 21,00 cm), und dieses Klein-Klein zu lesen bereitet – mir zumindest – wenig Freude.

Schöner kommt da das neue Album, das er zusammen mit Kissel entwickelt hat – wobei sich Flix hier erstmals auf die Rolle des Szenaristen beschränkt und die Zeichnungen der – vorwiegend schwarzweißen – Bilder dem Trickfilmzeichner Bernd Kissel überlässt. Der bringt die Akteure mit seinem fast schon karikativen Stil pointiert zu Papier, und auch die Geschichte ist flott zu lesen.

Es ist keine Nacherzählung von Gottfried Bürgers Lügenbaron-Story. Wie in all seine literarischen Adaptionen dichtet (oder lügt) Flix gern einiges hinzu. So wird der arme Baron hier mitten während des zweiten Weltkriegs auf dem Dach des Buckingham-Palastes gefunden, wo er umgehend als deutscher Spion verhaftet wird. Seinen Beteuerungen, er wäre kein Spion, sondern käme gerade vom Mond, wo er Erdbeeren gepflückt habe, wird kein Glauben geschenkt. Stattdessen engagieren die Engländer den Psychoanalytiker Sigmund Freud. Er soll rausfinden, was hier Dichtung, und was Wahrheit ist. Alles in allem ein typischer Flix – in diesmal allerdings angenehm großen Zeichnungen.

Kissel, Flix: Münchhausen – Die Wahrheit übers Lügen
192 Seiten, gebunden, 17,99 Euro, Carlsen, ISBN 978-3-551-76303-7

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2 Gedanken zu “Münchhausen

  1. Eine Lügengeschichte steht schon in der Besprechung: Münchhausen landet im 2. Weltkrieg in England und wird von Freud untersucht.
    Der starb Ende September 1939, etwa 3 Wochen nach Kriegsbeginn.

  2. Ja, könnte knapp werden. Aber immerhin starb der gute Doktor in London, und in dem Album ist er schon nicht mehr bei bester Gesundheit. Vielleicht kennt Flix aber auch geheime lebensverlängernde Maßnahmen – bei dem weiß man nie. 😉

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