Wie ich Kurt Cobain getötet habe

otero-kurt-cobainKurt Cobain, Sänger und Gitarrist der Kultband Nirvana, wurde im April 1994 tot aufgefunden. Als Todesursache diagnostizierte man eine fette Überdosis Heroin in Verbindung mit einem Schuss aus seiner Browning Auto-5 in den Kopf. Offizielle Version: Selbstmord. Der schwer magenkranke Star soll seinem Leben mit 27 Jahren freiwillig ein Ende gesetzt haben. Das wird von vielen seiner Anhänger bezweifelt. Spekulationen, seine Ehefrau Courtney Love, Sängerin der Band Hole, habe nachgeholfen und statt dem von Heroin weggedämmerten Musiker selber den Abzug gedrückt, konnten aber nie erhärtet werden. Diese Zweifel werden in dem Album auch nicht thematisiert.

Nicolas Otero erzählt Cobains Geschichte von den ersten Versuchen als Musiker bis zu dessen Tod. Dazu schlüpft er in die Rolle von Boddah – das Alter Ego Cobains, das in dessen Leben immer dann herhalten musste, wenn es darum ging, die Verantwortung für Dinge zu übernehmen, die nicht ganz den gesellschaftlichen Normen entsprachen. Zum Beispiel für die Antwort auf die Frage, wer Tötet eure Eltern! an die Schulwand gesprüht hat.

Otero schildert Cobain als depressives, zerrissenes Wesen, das in der Musikerin Courtney Love seine kongeniale Ergänzung findet: Ich wusste, sie würde ein Teil seines Lebens werden. Sie waren der zerbrochene Spiegel des jeweils Anderen. Sie lebten nach dem Motto Sex & Drugs & Rock ´n Roll und ließen dabei kaum etwas aus. Die – meist schwarzweiße – Umsetzung der Geschichte passt sich exakt dem Lebensstil der beiden an: wild, punkig, dynamischer Strich – gelegentlich auch etwas chaotisch. Grafisch ein starkes Album, inhaltlich schrammt es manchmal knapp an einer Jammerstory über verkannte Genies vorbei. Aber das lässt sich bei solchen Figuren selten vermeiden. Kommt mit Nevermind als Soundtrack im Hintergrund bestimmt richtig gut.

Update 12.12.16: Wie das Portal comic.de mitteilt, hat Splitter den Verkauf des Albums wegen Plagiatsvorwürfen eingestellt. Die Künstler hätten die Cobain-Comicbiografie „Godspeed“ und die Vertigo-Serie „Punkrock Jesus“ visuell zitiert, ohne die Bildrechte zu besitzen.

Nicolas Otero: Der Roman von Boddah – Wie ich Kurt Cobain getötet habe
152 Seiten, gebunden, 24,80 Euro, Splitter, ISBN 978-3-95839-290-8
> Leseprobe

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4 Gedanken zu “Wie ich Kurt Cobain getötet habe

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