Bilder gegen Bürgerängste

bildkorrektur-fluechtlingeDie Diskussion über die Flüchtlingsproblematik kann man nur noch erbärmlich nennen. Von sozialen oder christlichen Werten, auf die sich das Abendland so gerne beruft, keine Spur mehr. Während die AfD die Menschen gleich an der Grenze erschießen lassen möchte, fliegt Innenminister de Maizière sie lieber in angeblich sichere Herkunftsländer wie Afghanistan aus. Um die Drecksarbeit kümmern sich dann die Taliban. Beide Methoden führen zum gleichen Ergebnis.

Während es den Politikern vorrangig darum geht, ihre Ärsche auf Kosten der Flüchtlinge über die nächsten Wahlen zu retten, sucht die Industrie unter den Fliehenden nach recycelbarer Masse. Das sind diejenigen, die im bundesdeutschen Wirtschaftszyklus noch zur Profitmaximierung taugen. Mit Jobs zu Billiglöhnen, die jetzt Praktika heißen. Der Rest kann in staubigen Wüstenlagern perspektivlos vor sich hindämmern –  und das verkaufen sie auch noch als humanitäre Maßnahme. Zwischendurch versuchen Seehofer + Co mit Latrinenparolen Stimmung zu machen. Die Ängste der Menschen werden nicht entkräftet, sondern bestätigt und geschürt.

Eine Gruppe deutscher Zeichner hat sich jetzt zusammengetan, um die Top 15 der Bürgerängste zu illustrieren – und mit Fakten zu entkräften. Mit dabei sind Aike Arndt, Tim Dinter, FÖRM, Hamed Eshrat, Serafine Frey, Matthias Gubig, Jens Harder, Jim Avignon, Alex Jordan, Alexandra Klobouk, Sebastian Lörscher, Mawil, Moritz Stetter, Henning Wagenbreth, Barbara Yelin und Felix Denk.

Das Ergebnis ihrer Arbeit haben sie online gestellt: 15 Bilder gegen die Verblödung. 15 Argumente gegen Leute, die ihr Brett vorm Kopf zur Waffe im Kampf gegen Ausländer machen. Ob man dem Irrsinn mit Logik beikommen kann, wage ich zu bezweifeln – sehenswert sind die Arbeiten trotzdem.

Die Frage ist nicht, ob wir die Flüchtlinge integrieren können. Die Frage ist, ob wir es wollen. Wir haben ihre Länder ausgeplündert, ihre Rohstoffe geklaut, ihre Meere leergefischt, unsere hippen Lifestyle-Klamotten von ihren Kindern nähen lassen, ihre Umwelt durch CO2-Ausstoß verpestet, ihre Städte in Schutt und Asche gebombt – und mit allem, was wir ihnen dabei in den vergangenen Jahrzehnten geklaut haben ein rauschendes Fest gefeiert, das wir unseren hart erarbeiteten Wohlstand nennen.

Niemand von uns, kein Einziger der auf Kosten dieser Menschen fett gewordenen Europäer hat das Recht, auch nur einen einzigen Flüchtling zurückzuweisen.

Niemand.

> Bildkorrektur – Bilder gegen Bürgerängste

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4 Gedanken zu “Bilder gegen Bürgerängste

  1. Ist übrigens interessant, wenn man mit Nachbarn Kollegen, oder sonstwem der das Lamentieren anfängt diskutiert gleich die Frage zu stellen, „willst du sie alle verrecken lassen?“ zu sehen, wie sich das Gesprächsgegenüber anfängt zu winden…

  2. Starker Text, wenn auch, wie ich finde, durchaus etwas polemisch, ABER, Polemik, geboren aus Wut und Verzweiflung über Dummheit, Idiotie und Bösartigkeit, ist mir allemal lieber, als die Heuchelei und die Lügerei, der sogenannten „Volksvertreter“ und der „Wirtschaft“.

    Das Projekt „BILDkorrektur“ ist klasse, ich werde den Link gern weitergeben.

    Meine persönliche Meinung zu diesem Thema: Dass ‚Ausländer‘ NACH Deutschland flüchten und nicht AUS Deutschland, wie noch vor einigen Jahrzehnten, das ist so unglaublich, dass es mich sprachlos macht.

    Natürlich können wir die historische Schuld nicht abtragen, aber wir können jetzt zeigen, dass wir aus unserer Geschichte gelernt haben.

  3. Toller Beitrag, danke!

    Ich fürchte, die Bilder werden diejenigen, die es soll, nicht erreichen. Dafür sind sie zu pädagogisch. Aber sie geben denen, die sie sehen, tolle Argumente mit.

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