Teufelsmaul

boucq-teufelsmaulDieses dritte Album des Teams Boucq/Charyn ist, wie Die Frau des Magiers, früher in der Edition Kunst der Comics erschienen. Splitter hat es neu gelettert und wie immer in einer gediegenen Hardcoverausgabe aufgelegt.

Erzählt wird die Geschichte eines Waisen, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in der Ukraine von Bauern aufgenommen und – nachdem er vor der Brutalität in der Familie geflohen ist – später vom sowjetischen Geheimdienst zum Spion ausgebildet wird. Aufgrund einer Hasenscharte wird er Teufelsmaul genannt.

Bereits während der Ausbildung wird klar, dass er über telepathische Fähigkeiten verfügt. Er kann sie nicht steuern, aber nachts träumt er oft von Dingen, die sich anderswo wirklich zugetragen haben. Der Geheimdienst schickt Juri – so lautet sein richtiger Name  – in die USA, wo er für die Sowjets spionieren soll. Und daraus ergibt sich eine Krimihandlung, die mit allerlei mystischen Elementen gespickt ist.

Boucq ist ein Zeichner, der diese Vorlage wunderbar umsetzen kann, denn er kann beides: Auf der einen Seite eignet sich sein hyperrealistischer, fleischiger Zeichenstil wunderbar dazu, eine Krimihandlung authentisch zu bebildern. Vor allem die Straßenszenen in den USA sind klasse. Auf der anderen Seite schafft er es aber auch spielend, immer wieder mystische Atmosphären über die Seiten flimmern zu lassen. Wer reine, thrillende Krimihandlungen sucht, ist bei anderen Alben wahrscheinlich besser aufgehoben. Aber die Zeichnungen von Boucq reißen die oft konstruiert wirkende Story immer wieder raus.

Boucq, Jerome Charyn: Teufelsmaul
128 Seiten, gebunden, 24,80 Euro, Splitter, ISBN 978-3-95839-228-1
> Leseprobe

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