Sequana

perger-sequanaIm Januar des Jahres 1910 wurde Paris – wieder einmal – von einer Überschwemmung heimgesucht. Die Seine (keltisch: Sequana) trat über die Ufer. Der Pegelstand lag bei 8,62 Meter, zwanzig Stadtteile wurden überschwemmt. Das öffentliche Leben brach zusammen. Rathäuser, Krankenhäuser und selbst Gefängnisse wurden evakuiert. Der Schiffsverkehr auf der Seine wurde eingestellt, Lebensmittel kamen nicht mehr in die Stadt. Hungerrevolten und Epidemien brachen aus. Dieser Zustand dauerte sechs Wochen.

In diesem wirren und überfluteten Paris ist Jean Faure auf der Flucht. Er hat einen Mann erschossen, weil er ihn für einen Dieb gehalten hat. Dumm gelaufen. Paris kann er nicht verlassen. Die Straßen sind ebenso überschwemmt wie die Metro. Als er von einer jungen Ärztin erkannt wird, nimmt er sie als Geisel und versteckt sich in den Räumen einer anarchistischen Gruppe. Und dann ist da noch Monsignore Chelles, seines Zeichens der Priester von Notre Dame. Er hat immer häufiger Visionen, die darauf hindeuten, dass sein Verstand langsam den Bach runter geht – die er aber für heilige Offenbarungen hält. Mit fatalen Konsequenzen.

Stéphan Perger packt die Geschichte in Bilder und Layouts, in denen es viel zu sehen gibt. Wässrige Aquarelle, passend zur Atmosphäre einer ertrinkenden Metropole, eine abwechslungsreiche Panelaufteilung und eine Kolorierung, die auch zur Strukturierung der Geschichte eingesetzt wird. Klasse gemacht und spannend erzählt – vom gleichen Team, das bereits Scotland Yard vorgelegt hat.

Top 10 2015Stéphan Perger, Léo Henry: Sequana
168 Seiten, gebunden, 29,80 Euro, Splitter, ISBN 978-3-95839-045-4
> Leseprobe

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