Hans

rosinski-hansRosinski ist durch seine Fantasy-Reihe Das verlorene Land, vor allem aber durch die Kult-Serie Thorgal bekannt geworden. In den 1980er Jahren erschien außerdem die SF-Serie Hans, deren erste sechs Bände hierzulande in der Edition Stripspiegel und im Norbert Hethke Verlags erschienen sind. Entstanden ist die Reihe, weil Rosinski eine längere Pause zwischen den Thorgal-Alben überbrücken musste. Die Hans-Bände eins bis fünf hat Rosinski selber gezeichnet, später hat er die Reihe seinem Zeichner-Kollegen Kas übergeben.

Nun läuft Hans zwar unter dem Label Science Fiction – mit originären SF-Themen wird aber eher weniger gearbeitet. Das Grundgerüst der Geschichte ist wie in Thorgal eine reine Abenteuerstory. Man wird bedroht, man flieht, man entkommt in letzter Sekunde – und hängt schon mitten im nächsten Schlamassel. Alles zurück auf Anfang. Dass die Geschichte auf der erzählerischen Ebene zwar einiges an Spannung, aber wenig Originelles zu bieten hat, stört nur, wenn man mehrere Bände hintereinander liest. Ansonsten kann man einfach die Atmosphäre und die Zeichnungen von Rosinski genießen, die von Band zu Band besser werden. Landschaften und Charaktere stehen denen in Thorgal in Bezug auf fantasiereiche Gestaltung nicht nach. Dazu kommt – die Alben entstanden in den 1980ern -, dass manche Figuren an frühe Arbeiten von Bilal und Moebius erinnern, und auch den Strich von Hermann kann man in dem ein oder anderen Gesicht entdecken.

Wer also Lust auf eine flott erzählte und gut gezeichnete Abenteuerserie mit sympathischen Charakteren hat, wird hier gut bedient. Splitter legt die Reihe in drei dicken Bänden auf, geizt nicht mit Hintergrundinfos und packt natürlich auch die Seiten rein, die bislang noch nicht in Albenform zu sehen waren. Band eins der Gesamtausgabe enthält die ersten vier Alben der Serie (Die letzte Insel, Der Gefangene der Ewigkeit, Die Mutanten von Xanaia und Die Gladiatoren) und den Kurzcomic Der Turm der Verzweiflung.

Grzegorz Rosinski, André-Paul Duchâteau: Hans (Gesamtausgabe)
Band 1: 224 Seiten, gebunden, 34,80 Euro, Splitter, ISBN 978-3-95839-020-1
> Leseprobe

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2 Gedanken zu “Hans

  1. Schöne Rezi! Was mir aber leider nicht klar wurde ist, warum „Hans“ als Sci-Fi deklariert wurde? Oder: wie ist das Setting aufgebaut? In welcher Zeit spielt der Comic? Hat sich die Gesellschaft verändert? Gibt es technische Utopien? Fragen über Fragen 😉

    • Hans ist Zeitreisender, aber das ist eher unwichtig, weil die Story zu wenig damit macht. In erster Linie ist es eine Abenteuergeschichte. Es geht nicht um technische Utopien, sondern um fantasievolle Abenteuer.

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