Götterspeise

Ein neues Album von Ralf König liest man immer gerne. Vor allem, wenn er nicht belehrt, wie in Prototyp, sondern einfach erzählt, wie in Schillerlöckchen. In Götterspeise geht es größtenteils um die Frage: Essen wir vegetarisch, oder essen wir gequälte Tiere? Das jedenfalls diskutieren Konrad und Paul, während sie beim Nobelitaliener die Karte studieren. Natürlich ist es Konrad, der für die politisch korrekte Mahlzeit plädiert, andererseits aber auch einem Vitello Tonnato nicht abgeneigt wäre – in Weißwein gekochtem Kalbfleisch mit Thunfischsoße. Paul dagegen gedenkt, die  Schweinelendchen ohne Gewissensbisse zu genießen.

Aber auch andere mäkeln am Essen herum. Gott, der Herr, beispielsweise, hat keinen Bock mehr auf die ewigen Widder, die ihm dauernd geopfert werden. Weshalb er Abraham dazu verdonnert, zur Abwechslung mal seinen Sohn auf den Altar zu legen. Aber da hat Gott die Rechnung ohne Abrahams Frau gemacht, die der Meinung ist, eine Gemüsesuppe wäre viel bekömmlicher. Auch die Geschichte von David und Goliath schreibt König neu und verrät außerdem, weshalb die Glühbirne der Energiesparlampe weichen musste.

Die Qualität der Geschichten ist nicht überall gleich hoch, aber die Zeichnungen haben gewohntes König-Niveau, und schon alleine die Mimik der Asiatin in Es werde Licht oder die von Abraham in der Titelgeschichte sind das Geld für das Album wert.

Ralf König: Götterspeise
64 Seiten, 12,- Euro, Männerschwarm Verlag, ISBN 978-3-86300-125-4

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