Metamorphosis

Metamorphosis scheint mir nicht nur ein guter Titel für dieses, sondern für alle Alben von Bosshart zu sein. Man hat bei ihm immer den Eindruck, dass sich seine Bilder aus sich selbst heraus entwickeln – dass eins quasi aus dem anderen entspringt. Der 1971 in Zürich geborene und u. a. mit dem  Max-und-Moritz-Preis ausgezeichnete Künstler kommt dabei ganz ohne Sprache aus. Seine oft gleichförmig wirkenden, sich wiederholenden Panels geben den Seiten seiner Alben einen ganz eigenen, irgendwie geometrischen Rhythmus.

In Metamorphosis thematisiert Bosshart die Gier eines Mannes, der nicht genug kriegen kann. Ob Geld oder Autos, ob Frauen oder Klamotten – die Konsumgeilheit seines Protagonisten findet erst ein Ende, als er nach einem schweren Unfall ins Krankenhaus eingeliefert wird. Die Nahtod-Erfahrung löst Erinnerungen an die Kindheit in ihm aus. Und damit beginnt seine Metamorphose.

Wie immer erzählt Bosshart seine Geschichte in dem ihm eigenen, lakonischen Stil. Die oft konsequente Wiederholung immer gleicher Motive auf den Seiten löst beim Betrachter eine Ruhe aus, die fast schon etwas Meditatives hat. Schön und detailversessen wie immer, aber im Gegensatz zu Alben wie Alberto etwas düster koloriert. Und wie alle Alben von Boshart ist auch dieses vor allem für Rezipienten interessant, die mehr mit den Augen als mit dem Kopf lesen. Ein schönes Making-of findet man in Bosharts Blog (Diarium Metamorphosis).

Daniel Bosshart: Metamorphosis
80 Seiten, gebunden, 24,80 Euro, Edition Moderne, ISBN 978-3-03731-098-4
> Leseprobe

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