Im Bann der Hexer

Wenn man sich die Website von Florian Biege ansieht, entdeckt man Illustrationen, die irgendwo im konventionellen Fantasy-Bereich angesiedelt sind. Es mag bei Auftragsarbeiten auch den Vorgaben des Auftraggebers geschuldet sein – das Gefühl von Originalität und Eigenständigkeit will nicht recht aufkommen. Umso erstaunlicher ist das Artwork dieses Albums, das einen wirklich vom Hocker haut. Wer bisher der Meinung war, computerentwickelte Grafik sei seelenlos, wird hier eines Besseren belehrt. Was Biege da in Photoshop mit seiner graustufigen Maltechnik mit strukturierten Pinseln an Atmosphäre rüber bringt, ist einfach nur geil. Von der Art her vielleicht am besten mit Cromwells Der letzte Mohikaner vergleichbar, obwohl Im Bann der Hexer durchgehend schwarzweiß gezeichnet ist.

Auch hier dreht es sich um Indianer. Alexander Berger erzählt eine Sage der Irokesen. Über einem ihrer Dörfer liegt ein Fluch. Die Menschen sind apathisch, leben lustlos vor sich hin und irgendwie aneinander vorbei. Jeder Schwung, jede Freude, jede Begeisterung fehlt. Zudem liegt Hiawatha, einer ihrer wichtigsten Krieger, im Sterben. Nur die Hexer können helfen. Doch die fordern als Gegenleistung das Leben von Hiawathas Schwester. Ein spannendes, und vor allem superstark gezeichnetes, atmosphärisch dichtes Album, an dem man sich schwer satt sehen kann. Bitte mehr davon.

Florian Biege, Alexander Berger: Im Bann der Hexer
64 Seiten, gebunden, sw, 13,99 Euro, Ehapa, ISBN 978-3-7704-3486-2
> Leseprobe

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