Swinging London

Also De Metter ist schon klasse. Bereits in Shutter Island hat er ein Artwork abgeliefert, das vom Feinsten war. Seine Figuren wirken mehr schraffiert, als gezeichnet, was ihnen einen flüchtigen Ausdruck gibt. Auch die Farben sind unscharf, bringen aber genau die Stimmung in die Bilder, die die jeweilige Episode braucht.

In dem in der Noir-Reihe von Schreiber und Leser veröffentlichten Album geht es um einen toten Rockmusiker. Jasper Brown, Leadsänger der Queen Bees, verbrennt im August 1967 in seinem Schloss in Schottland. Mitsamt dem Schloss. Weil Fremdeinwirkung unwahrscheinlich erscheint, geht Scotland Yard von Selbstmord aus.

Indranath Ray, Guru und Freund von Jasper, glaubt das nicht. Unter anderem deshalb, weil Jasper ihm kurz vor seinem Tod einen Film zugeschickt hat, auf dem Bilder einer Orgie mit satanischen Riten zu sehen sind. Hochrangige Persönlichkeiten mischen mit. Und dann ist da noch Fotoreporterin Cassandra Jones. Auch sie recherchiert im Fall Jasper. Das stört den Manager der Band. Er will Jaspers Tot gewinnbringend vermarkten und kann niemanden gebrauchen, der am Image des tragisch verstorbenen Rockstars rüttelt.

Ein spannender Krimi, der vor allem auch deshalb gefällt, weil hier nicht mit abgelutschten Klischees gearbeitet, sondern eine abwechslungsreiche Story erzählt wird. Und natürlich wegen den Zeichnungen von De Metter. Sie sind möglicherweise gewöhnungsbedürftig, aber absolut ausdrucksstark.

Christian De Metter, Thomas Bénet: Swinging London
96 Seiten, gebunden, 19,80 Euro, Schreiber & Leser, ISBN 978-3-941239-62-3
> Leseprobe

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