Peplum

In diesem Album hat sich Blutch (Blotch, Der kleine Christian) ausgetobt. Er fegt seine Figuren mit so kraftvollen Strichen über die Seiten, dass es die reinste Freude ist. Und das passend zur Geschichte, denn die spielt in unwirtlichen Grenzgebieten des römischen Reiches. Publius Cimber, Mitglied einer angesehenen Patrizierfamilie, aber leider von Cäsar verstoßen, müht sich mit seinen Getreuen fluchend durch eisigen Wind und nasskaltes Wetter. Da ist das Leben in Rom doch was anderes.

Dann finden sie in einer Höhe eine wunderschöne Frau, die in einem dicken Eisblock gefangen ist. Sie sind so fasziniert von ihrer gottgleichen Schönheit, dass sie den Eisblock mitnehmen. Sie hoffen, dass er auftauen und die Frau ihnen Glück bringen wird. Doch die Reise ist beschwerlich, die Götter sind launisch und das Wetter wird nicht besser. Danach kann alles eigentlich nur noch schlimmer werden. Und das wird es auch.

Mit Peplum – dem Synonym für Sandalenfilm – bietet Blutch ein Mischung aus Gladiatorenschinken und antiker Tragödie in shakespearescher Intensität. Und das in so kraftvollen Bildern, dass man auch nach 160 Seiten noch nicht genug hat.

Es ist sicher nicht jedermanns Geschmack, was Blutch hier liefert. Dafür ist die Geschichte viel zu antik angelegt. Aber wer auf ausdrucksstarke, dynamische Schwarzweißzeichnungen steht, wird darin viele geniale Seiten finden.

Blutch: Peplum
160 Seiten, schwarzweiß, 25,- Euro, avant, ISBN 978-3-939080-44-2
> Leseprobe

Advertisements

Kommentieren?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s