Geschichten vom Land

Auf dem Land passiert nicht viel. In diesem Comic auch nicht. Trotzdem ist es ein Album, das, wenn man Geschichten dieser Art mag, absolut lesenswert ist. Es ist der erste (in sich abgeschlossene) Band einer bereits mehrfach prämierten Trilogie, die den Titel „Essex Country“ trägt. Der zweite Band ist für Dezember angekündigt.

Autor und Zeichner Jeff Lemire gilt als einer der interessantesten Newcommer der nordamerikanischen Comicszene. In diesem Band erzählt er Episoden aus dem Leben des zehnjährigen Waisenjungen Lester, der auf der Farm seines Onkels lebt. Leider lebt außer ihnen beiden niemand dort, und so flüchtet sich Lester in die Fantasiewelt seiner Comics und wappnet sich gegen eine drohende Invasion von Außerirdischen.

Lemire setzt der Langeweile des Landlebens damit die grenzenlose Fantasie eines Kindes entgegen, das außer seiner Fantasie nichts hat auf dieser Welt.  Und obwohl eigentlich nicht viel passiert, kommt an keiner Stelle Langeweile auf, denn Lemire weiß, wie man eine gute Story erzählt. Statt vieler Worte lässt er oft seitenlang nur Bilder sprechen, und die sind wirklich klasse. Ein auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheinbar wirkendes, in Wirklichkeit aber sehr starkes Album, das Lust auf die Folgebände macht.

Jeff Lemire: Geschichten vom Land
112 Seiten, schwarzweiß, 11,- Euro, Edition 52, ISBN 978-3-935229-75-3

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