Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Es gab eine Zeit, da war ich verrückt nach französischer Literatur. Ich habe mir alles bestellt, was es an französischen Klassikern zu lesen gab. Selbstverständlich gehörten die Temps perdu von Proust dazu. Gelesen habe ich sie nicht. Trotz mehrerer Anläufe bin ich nie über die ersten 100 Seiten hinaus gekommen. Das Zeug war einfach zu langweilig.

Die Comicadaption habe ich mich mir ähnlich langweilig vorgestellt – und bin erstaunt, das Gegenteil zu finden. Wenn ich darin blättere, bekomme ich Lust, Proust zu lesen. Denn Stéphane Heuet hat die Texte in Bilder adaptiert, die ebenso naiv wie verspielt als liebevolle kleine Miniaturen daher kommen und den Kindheitserinnerungen des Autors die unbeschwerte Atmosphäre geben, die den lockeren Plauderton von Proust wunderbar transportiert.

Es ist ein Werk, das Zeit braucht und sich lässt. Seit 14 Jahren arbeitet Heuet an der Proust-Adaption. Eine vergnügliche Reise in die Vergangenheit mit ihren steifen Sitten und Moralvorstellungen, der man ansieht, wie genau und intensiv Heuet sie recherchiert hat. Es sind bereits mehrere dieser im Ligne Claire-Stil gezeichneten Bände erschienen. Wie viele es insgesamt werden sollen, ist unklar.

Stéphane Heuet, Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
je Band 48-72 Seiten, gebunden, 19,95 Euro, Knesebeck,
ISBN 978-3-86873-261-0 (Bd. 1)
> Leseprobe (Band 1)

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