Rocket Blues

Fischbrötchen gibt es mit unterschiedlichem Belag. In diesem Fall lautet die Frage: Matjes oder Bismarck? Eine Antwort darauf wird von Laszlo Lommatzsch erwartet, der eigentlich in einem Vorort von Dresden wohnt, sich jetzt aber infolge einer durch einen Unfall verursachten Verschiebung des Raum-Zeit-Kontinuums auf dem Raumschiff „Libelle“ befindet.

Dort trifft er auf Mister Rocket – einem Musiker, der Elvis Presley zum Verwechseln ähnlich sieht. Außerdem ist da Doc Zak, ein Krokodil vom Planeten Reptun, der auf der Suche nach der Sorte Fischbrötchen ist, die seiner Liebsten so köstlich munden – weshalb sie ihm allerlei Freuden zu gewähren versprach, sollte er sie mit Nachschub versorgen. Und dann ist da noch ein Wissenschaftler, der große Ähnlichkeit mit Albert Einstein hat, und zur Vervollständigung seiner Universum-Theorie ebenfalls ein Fischbrötchen benötigt. In allen Fällen stellt sich die Frage, ob es Matjes oder Bismarck sein muss, was Laszlo nur beantworten kann, wenn er wieder zur Erde zurückkehrt. Zu diesem Zwecke wird das Toiletten-Beam-Prinzip angewandt, dass im Grunde schon in dem Satz „Ich verpiss mich“ enthalten ist.

Wie bereits in ihrem Album Dave Grigger blödelt die Dresdner Comicbrigade auch hier wieder fröhlich vor sich hin. Originelle Ideen wechseln mit Slapstick und Klamauk, und die Zeichnungen bewegen sich auf dem gewohnten Niveau der US-Undergroundcomics aus den 1960er Jahren und erinnern an die frühen Arbeiten von Robert Crumb. Nicht ganz so einfallsreich wie Dave Grigger, aber streckenweise angenehm schräg und mit dem ICOM Independent Comicpreis in der Kategorie „Bestes Szenario“ ausgezeichnet.

Ivo Kircheis, Mamei: Rocket Blues
60 Schwarzweiß-Seiten, 12,- Euro, ISBN 978-3-939509-88-2
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kircheis-rocket-blues2Update 1.11.2015: Ivo Kircheis hat einen zweiten Band veröffentlicht, den er so ankündigt: Als sich Mister Rocket nach seiner Teilnahme am intergalaktischen Elvis Presley Lookalike Wettbewerb Orionopolis in die Barkeeperin der Bar of Broken Dreams verliebt, ahnt er nicht, dass auch ein verrückter Wissenschaftler vom Zwergplanet Collosus weitreichende Pläne mit der hübschen Blondine hat. Das Auftauchen zweier Geheimagenten, ein folgenschwerer Zwischenfall mit einer Erdnuss und die Tücken außerirdischer Technik sind weitere Herausforderungen, denen sich Mister Rocket im intergalaktischen Ringen um die Dame seines Herzens stellen muss.

Ja, und dann ist da noch der Mann, der liebevolle Gefühle zu einem Schaf namens Dolly entwickelt. Ein schräges, mehr oder weniger sinnfreies Album, in dem sich wie in Band 1 originelle Ideen mit Slapstick und Klamauk abwechseln. Die Zeichnungen sind undergroundig wie immer.

Ivo Kircheis: Rocket Blues 2 – Nusshusten im Sternbild Kassiopeia
64 Seiten, schwarzweiß, 12,- Euro, Beatcomix, ISBN 978-3-939509-63-9
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