Quintos

Andreas ist ein Zeichner mit einer sehr eigenen Handschrift. Seine Panels sind oft hoch und schmal, er lässt seinen Bildern Raum, es gibt trotz vieler Details wenig Gedränge, und alles wirkt sehr luftig. Das ist auch in Quintos so.

Die Geschichte spielt 1937 im spanischen Bürgerkrieg. Der ist allerdings nur Kulisse für die Entwicklung von Charakteren: „Das ist das letzte Mal, dass ich einen historischen Hintergrund wähle,“ erzählt Andreas im Anhang. „Seit Erscheinen des Buches fokussieren alle Leser auf den spanischen Krieg, statt auf die Geschichte zu achten. Die Geschichte selbst hat mir dazu gedient, menschliche Figuren zu schreiben (einer meiner schwachen Punkte).“

Nun – so schwach ist er darin nicht. Die bunt zusammen gewürfelte Gruppe, die da mehr schlecht als recht bewaffnet durch die Gegend zieht, um die von den Faschisten in einem kleinen Dorf eingeschlossenen Widerstandskämpfer zu unterstützen, besteht aus sieben Menschen aus sechs verschiedenen Ländern. Weshalb sie im spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Republikaner kämpfen? Da hat jede/r so seine eigenen Motive. Doch bereits zu Beginn der Reise wird ihr Fahrzeug von einer Granate getroffen, ihr Anführer getötet. Jetzt müssen sie sich alleine quer durch das umkämpfte Gebiet bis zum Dorf durchschlagen. Unterschiedliche Motive und Charaktere werden deutlich.

Zeichnungen und Panelaufteilung sind ziemlich klasse, die Kolorierung von Isa Cochet stimmig. Die Geschichte selbst bewegt sich in einer Atmosphäre von Tragik und Chancenlosigkeit. Ziemlich fatalistisch. Trotzdem ein schönes Album, mit dem Finix das anspruchsvolle Niveau seiner „Edition Solitaire“ untermauert. Ergänzt wird es durch ausführliche Biografien im Anhang.

Andreas, Isabelle Cochet: Quintos
64 Seiten, gebunden, 15,80 Euro, Finix, ISBN 978-3-941236-27-1
> Leseprobe

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