Havanna

Ein Bild von Kuba wollte er sich machen, schreibt Reinhard Kleist im Vorwort. Herausfinden, wie es sich dort lebt, und ob es nach dem Rückzug von Fidel Castro einen gesellschaftlichen Wandel gibt. In den vier Wochen, die er auf der Insel verbracht hat, hat er das naturgemäß nicht geschafft. Am Ende, sagt er, kam er mit mehr Fragen zurück, als er anfangs hatte – was sich auch in dem Album wiederspiegelt. Kleist legt sich nicht auf einseitige Wertungen fest, sondern stellt verschiedene Erlebnisse gegeneinander, wodurch das Buch angenehm offen bleibt.

In vier Wochen hatte er allerdings jede Menge Zeit für Skizzen und Zeichnungen, und die sind, wie das Album zeigt, vom Feinsten. Kleist versteht es, die Atmosphäre der Stadt einzufangen. Das bunte Treiben am Malecón, die morbide Schönheit der Altstadt, der Mangel an Waren und der Reichtum an Selbstbewusstsein, die Straßenkreuzer in der City und das Leben auf dem Land – Kleist malt Kuba pur.

Kurze Comics über kleine Begegnungen und Geschichten am Rande ergänzen dieses Album, das rumdum klasse gemacht ist. Für jeden Kuba- und Grafikfan ein Genuss.

TOP TEN 2008Reinhard Kleist: Havanna – Eine kubanische Reise
80 Seiten, gebunden, 19,90 Euro, Carlsen, ISBN 978-3-551-73434-1
> Leseprobe

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