Freaks of the Heartland

Lange nicht mehr gegruselt? Kein Wunder – die meisten Horror-Comics erschöpfen sich in sinnlosen Gemetzeln irgendwelcher Untoter, die einem denkenden Menschen bestenfalls ein müdes Gähnen entlocken. Richtige Horrorgeschichten ereignen sich dagegen in der Regel da, wo Menschen in uralten Traditionen abgekapselt von ihrer Umwelt leben und keiner sozialen Kontrolle mehr unterliegen. Zum Beispiel in Gristlewood Valley, einem verlorenen Kaff irgendwo in den Tiefen des Mittleren Westens der USA. Hier haben die Frauen ihrem Mann noch zu gehorchen, und die Kinder sowieso.

Als der kleine Trevor mit seinem Bruder Will vor seinem Vater flieht, hat das seinen Grund: Sein Bruder ist eine Missgeburt und soll getötet werden – wie alle anderen „Freaks of the Heartland“ auch. Der Horror dieses Albums entwickelt sich nicht aus willkürlich auftretender Brutalität und Gewalt, sondern vor allem dadurch, dass Autor Steve Nilles die Ursache für alltägliche Gewalt benennt: Die Enge provinziellen Denkens, die Greg Ruth in kongeniale, rundum beklemmende Bilder umsetzt, womit er die gruselige Atmosphäre erschreckend authentisch transportiert.

Steve Niles und Greg Ruth: Freaks of the Heartland
144 Seiten, gebunden, 19,80 Euro, Cross Cult Verlag, ISBN: 978-3-936480-89-4
> Leseprobe

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